Naturheilpraxis

Rita Jurgens-Krüssmann – Heilpraktikerin – Zilgrei-Lehrerin – F-X-Mayr-Therapeutin

IgG4-Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeit – Erfahrungen

Sind IgG4-Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten sinnvoll?

Vor ca. 10 Jahren machte ein neuartiges Testverfahren auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten Furore. Es wurde die Reaktion des Immunglobulin-G4 = IgG4 im Kontakt mit Nahrungsmittelbestandteile untersucht. Es schien nun eine klare und wissenschaftlich belegte Möglichkeit zu bestehen, Patienten mit Reizdarm-Syndrom, Fruktose-Intoleranz, Laktose-Intoleranz etc. gezielt in Sachen Ernährungsberatung auf diese Weise helfen zu können.

Mehrere Labors bewarben nun Heilpraktiker- und Arztpraxen, boten Schulungen und teils interessante Gewinnbeteiligungen am Umsatz an – auf Kosten der Patienten selbstverständlich! Und auch in meiner Praxis hatte ich damals einigen Patienten diese Untersuchung ans Herz gelegt, in der Hoffnung, so gezielter und besser helfen zu können. Leider erfüllte sich diese Erwartung nicht!

Der IgG4-Test ist kein Allergietest!

Zudem wurde dieser Test häufig fälschlicherweise als „Allergie-Test“ bezeichnet, was nicht korrekt ist, denn IgG4-Reaktionen sind KEINE Allergien, sondern bestenfalls, wenn überhaupt, Unverträglichkeitsreaktionen.

Ein Allergietest dagegen, bestimmt die Reaktion des Immunglobulin-E – IgE. Der Immunglobulin-E -Wert erhöht sich bei Vorliegen, oder Kontakt mit einem echten Allergen, wie z.B. Hausstaub, Blütenpollen, Nickel, etc. in Verbindung mit der Ausschüttung von Histamin aus den eosinophilen Mastzellen, einer Untergruppierung der weißen Blutkörperchen.

Erfahrung mit IgG4-Test aus heilpraktischer Sicht

Die Testbefunde mit bis zu 300 oder 500 Lebensmitteln und Zusätzen war zum Teil recht beeindruckend, jedoch wie sich zeigte, für mich als Heilpraktikerin im Hinblick auf eine nachaltigen Therapieentscheidung relativ wenig aussagefähig. Nach der Begutachtung mehrerer Testergebnisse fiel mir zudem auf, dass meist genau die Lebensmittel positiv testeten, die ohnehin fast regelmäßig verzehrt wurden. Dazwischen fanden sich dann einige exotische Substanzen, die sowieso kaum einer zu sich nimmt. Welche Relevanz hatte dies also in der Gesamtbetrachtung?

Erfahrung mit IgG4-Test aus Sicht der Patienten

Nun ging es darum die Betroffenen damit zu konfrontieren, dass sie möglicherweise bis zu 30 oder 50 oder gar mehr Lebensmittel aus ihrem Speiseplan streichen sollten. Das ist für Jeden von uns eine riesige Herausforderung, erfordert einen enormen Aufwand an Umorganisation der Alltagsroutine und der bisherigen Essgewohnheiten.

Fakt war, dass die vorübergehende Karenz der als „schädlich“ getesteten Lebensmittel zwar in der Regel immer eine Gewichtsabnahme durch den Diäteffekt nach sich zog und auch dadurch der Stoffwechsel entlastet wurde und es so den Betroffenen vorübergehend wirklich meistens besser ging. Eine wirkliche „Heilung“ war damit nicht zu erreichen.

Jedoch brachte die permanente Beschäftigung mit der Frage „was darf ich essen?“ ein Höchtsmaß an Stress für die Betroffenen mit sich. Das kann auf Dauer nicht gesund sein – war meine Überlegung – und fördert mitunter sogar die Entwicklung von Essstörungen und „Orthorexie“ = Die Sucht nach gesunden oder besonderen Lebensmitteln.

Für die seelische Befindlichkeit eines ohnehin „Bauchkranken“ sind derartige „Diäten“ insofern völlig kontraproduktiv, zumal, wie bereits erwähnt, der Test für einen ganzheitlichen Therapieansatz keine konkreten Anhaltspunkte lieferte.

Warum vertragen immer mehr Menschen immer weniger Nahrungsmittel?

Tatsache ist, dass sich die Beschwerdebilder rund um Nahrungsmittelverzehr und Verdauungsbeschwerden in zunehmendem Maße häufen; besonders bei Jugendlichen und jüngeren Menschen. Das „Achselzucken“ der Schulmediziner mit der Anmerkung „psychosdomatisch“ oder „funktionelle Darmbeschwerden“ und dem hilfreichen Tipp: „Machen sie sich weniger Stress!!“ führt diese Patienten in meine Naturheilpraxis.

Die Ernährungsgewohnheiten haben sich in den letzten 20-30 Jahren sehr verändert, ohne dass uns das so wirklich bewusst ist. Die Lebensmittelindustrie  setzt alles daran, dass wir bereits in jungen Jahren „verlernen“ uns einfache und gesunde Gerichte aus frischen, natur belassenen Zutaten zuzubereiten. Das breite Angebot an Fertigprodukten, Convenience-Food, die Verwendung der Mikrowelle, Pizza- und Döner- Buden, McDonalds uvam. sind aus unserem schnelllebigen Alltag nur schwer wegzudenken. Hinzu kommen eine Vielzahl an Impfungen bereits im Kleinkindalter, sowie der leichtfertige Umgang mit Antibiotika und Kortison ebenso in der Masttierhaltung  als auch in der Humanmedizin. All das sind Faktoren, die unserem Bauch und letztlich unserem Immunsystem zusetzen: Wir können es sprichwörtlich nicht mehr verdauen und wir essen uns krank!

Das Thema „Reizdarm“ war Anfang der 2000er Jahre noch längst nicht so populär wie in den letzten 5 Jahren. Wir haben alle dazu gelernt! Das „Reizdarm-Syndrom“ oder die „funktionellen Darmbeschwerden“ scheinen mir jedoch ebenfalls eine Verlegenheitsdiagnose der Schulmedizin zu sein und trifft nicht den Kern des Problems, nämlich: Die geschädigte Darmschleimhaut aufgrund einer gestörten Darmflora und eines irritierten Immunsystems, deren Ursachen vielfältig sind. Nur hier kann und darf therapeutisch angesetzt werden!

FAZIT: Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind letztlich hausgemacht, aber die gute Nachricht: bewusstere Ernährung, eine gründliche Darmsanierung und Stabilisierung des Immunsystems können das Problem nachhaltig verbessern oder sogar beheben.

Autor: Naturheilpraxis Rita Jurgens-Krüssmann

... was mir am Herzen liegt: So wie alles im Leben hängen Gesundheit, Erfolg, Lebensglück des Menschen niemals von einem einzigen Faktor ab. Sie sind bestimmt durch eine Vielzahl von ineinander greifenden Prozessen und Zusammenhängen. Meine langjährige Berufspraxis in der Naturheilkunde und meine Lebens- erfahrung als Mutter zweier inzwischen erwachsener Kinder haben mit gezeigt: Es gibt kein Patentrezept und keine Allheilmittel, sondern nur den Menschen mit seiner individuellen Geschichte, seinen aus der persönlichen Lebenssitution Sitzt - bildhaft gesprochen - Ihre Last auf Ihren Schultern oder tragen sie die Wackersteine im Bauch, oder stößt Ihnen alles sofort sauer auf? Meine Aufgabe sehe ich darin, Ihnen bei Ihrem ganz persönlichen Weg zur Mitte - nichts und gemeinsam mit Ihnen auf Ihren ganz individuellen Therapiebedarf einzugehen. Auf dem Weg zur besseren Gesundheit stehe ich Ihnen als dauerhafte Begleiterin und Coach ebenso zur Seite wie auch in der Diagnostik und naturheilkundlichen Behandlung von akuten Störungen, Krankheits- und Schmerzzuständen.

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