Nahrungsmittel- Unverträglichkeiten aus sicht der naturheilkunde

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

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Ursache von Nahrungsmittel- Unverträglichkeiten – Lebensmittelintoleranzen

In den letzten 20 Jahren habe ich reichlich Erfahrungen in meiner Naturheilpraxis gesammelt, wenn es um die Frage nach der Ursache von Lebensmittel- Unverträglichkeiten geht: „Sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten die Krankheit selbst oder nur die Folge eines kränkelnden Darmtraktes und eines geschwächten Immunsystems?“! Die Antwort lautet: „Es ist die Folge davon!“

Intolerant gegen Laktose, Fruktose, Histamin und Gluten?

Patienten, die meine Praxis aufgesucht haben, berichten , dass sie intolerant seien gegen Laktose, Fruktose, Histamin oder Gluten, und deshalb ihre Ernährung dahingehend umgestellt hätten. Teilweise sei dies sogar über Atemtests bestätigt worden. Die Diät habe aber letztlich das Problem nicht wirklich behoben, weil sie nun gar nicht mehr wüssten, was und wie sie sich ernähren sollten?

Das führt zu der logischen Schlussfolgerung, dass das Weglassen der Lebensmittel, die als Verursacher der Magen-Darmbeschwerden entlarvt wurden oder auch nur vermutet werden, das Übel langfristig nicht beheben kann. Im Gegenteil, es bereitet den Betroffenen ganz erheblichen Stress, die entsprechende DIÄT einzuhalten. Anfangs zeigte sich eine geringfügige Verbesserung der Symptomatik, die bei jedem Diätfehler jedoch zurückfiel.

Lebensmittel-Intoleranzen als Folge des kranken Darms?

Wenn Lebensmittelintoleranzen also die Folge eines kranken Darms sind, dann kann es nur folgerichtig sein, das Milieu zu behandeln, statt sich Wochen- oder Jahrelang mit Diäten herumzuschlagen?

Die Schulmedizin befasst sich nicht gerne mit dieser Thematik und schiebt die Patienten mit ihren Beschwerden gerne auf die „Psycho-Schiene“ ab. Die Diagnose lautet dann: Funktionelle Darmbeschwerden = Reizdarm!

Wann spricht man von Reizdarm?

Echte „Reizdarm-Patienten“ sind mir bisher nur wenige in meiner Praxis begegnet. Falls sich  dies tatsächlich herauskristallisierte, war in diesen Fällen die Klassische Homöopathie eine  Option, den ungelösten seelischen inneren Konflikt zu befreien. Man spricht heute auch vom Bauchhirn und bringt damit zum Ausdruck, dass sich die Seele über den „Reizdarm“ versucht bemerkbar zu machen!!

Was schädigt unser Darmmilieu?

Hier sind an erster Stelle ANTIBIOTIKA schuld. Manche Patienten berichten, sie hätten bisher „nur wenig Antibiotika“ bekommen und meinen, so 2-4 Mal in ihrem Leben. Nach meiner Erfahrung und Beobachtung ist das meist schon viel zu viel!

Bei den meisten Infekten werden ohne vorherige Bestimmung eines Antibiogramms Antibiotika verschrieben, die zur Gruppe der Breitbandantibiotika gehören. Das heißt, nicht nur das krankmachende Bakterium wird abgetötet, sondern auch alle die vielen nützlichen und hilfreichen Bakterien und Mikroorganismen, die unsere Haut und Schleimhäute besiedeln. Dieses Mikrobiom benötigen wir dringend, DAMIT wir gesund bleiben.

Schon Louis Pasteur (1822 – 1895) beobachtet im Laufe seiner wissenschaftlichen Forschungen: „Das Bakterium ist nichts, das Milieu ist alles!“ In der Konsequenz bedeutet dies, dass sich Nahrungsmittelintoleranzen erfolgreich therapieren lassen, wenn das Darmmilieu wieder in seinen natürlichen, physiologischen Ursprung zurück versetzt wird.

Faktoren, die unser Darmmilieu negativ beeinflussen

Es gibt zahlreiche Faktoren, die unser Darmmilieu nachhaltig negativ beeinflussen können:

  • Wir nehmen über Fleisch aus Massen-Tierhaltung regelmäßig Antibiotika ein. Das wird aktuell tatsächlich als eine der Hauptursachen für die Entwicklung multiresistenter Keime angenommen.  Neben weiteren Faktoren ist das nur eine Ursache unter vielen, die unsere Darmflora schädigen.
  • Bei der Geburt durch Kaiserschnitt muss das Neugeborene nicht durch den mit Keimen besiedelten Geburtskanal und kommt somit bereits von Anfang an mit anderen, statt den erforderlichen, Keimen in Kontakt. Hinzu kommt das, in einem scheinbar „klinisch sterilen“ mit multiresistenten Keimen verseuchten, Umfeld. Die Anzahl an Kaiserschnitt- Geburten ist in Deutschland im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hoch. Kaiser-Schnitt-Operationen werden gerne auf Wunsch der Mutter durchgeführt, obwohl keine medizinische Notwendigkeit besteht. Das ist sehr zum Nachteil für das Neugeborene.
  • Schon harmlose Infekte im Kleinkindalter werden anschließend vorschnell mit Antibiotika behandelt. Folge sind eine sich anschließende Reihe weiterer Infekte, die ebenfalls mit Antibiotika unterdrückt werden, bis das Kind ständig krank ist und dann in Folge chronische Leiden entwickelt, wie z.B. Allergien, Neurodermitis, Asthma.
  • Als ursprüngliche Ursache der Infektanfälligkeit sehe ich unter anderem vor allem die ständig steigende Anzahl an Impfungen bereits im Säuglingsalter an!! Das Immunsystem  – noch schwach entwickelt, erst im Aufbau begriffen – wird mit den Impfungen völlig überfordert und reagiert überschießend auf die Überreizung. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich KEINE Impfgegnerin bin, gewisse Impfungen aber kritisch sehe.
  • Die Umwelt und unsere Nahrung, mit der wir uns und unsere Kinder gesund aufwachsen lassen wollen, ist viel zu steril und keimfrei; alles um uns herum ist zu keimfrei! Unser Immunsystem erhält dadurch zu wenig natürliche Trainingsmöglichkeiten und das fördert Infektanfälligkeit. Kinder, die auf natürlich geführten Milch-Höfen aufwachsen, Rohmilch trinken und in Kontakt mit Stallmist stehen etc., sind in der Regel frei von Allergien, Neurodermitis und Asthma, ähnlich wie Kinder, die in Waldkindergärten ihre Freizeit verbringen.
    Das müsste einen doch nachdenklich machen?
  • Das Spektrum unserer modernen, hochtechnisiert produzierten Zivilisationskost hat mit natürlicher, lebendiger Nahrung, wie sie unsere Eltern und Großeltern noch kannten und aßen, nicht mehr viel gemein. Wir sind „gut genährt“ durch Nahrungsmittel aber „schlecht ernährt“ mit Lebensmitteln! Nahrungsmittel und Lebensmittel unterscheiden sich allein schon über die Begrifflichkeit!
  • Der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden schlägt sich auf Obst und Gemüse nieder, gelangt so über die Nahrungskette in den Darm. Pflanzenschutzmittel, wie z.B. auch Glyphosat, wirken immer  „antibiotisch“.

Was hilft bei Nahrungsmittel- Intoleranzen?

Eine zielgerichtete Diagnostik des Darmmilieus zeigt auf, welche Unterstützung in Form von Probiotika (= lebensförderdernde Darmkeime), Nahrungsergänzungen und homöopathischen Mitteln die Darmflora, die Darmschleimhaut und Verdauungsorgane, wie Leber, Galle, Magen und Bauchspeicheldrüse benötigen, um wieder harmonisch zu funktionieren und zu verdauen.

Therapieschema bei Lebensmittel- Intoleranzen

  • Eine Stuhlprobe wird auf Darmpilze, den Zustand der Darmflora und der immunologischen Abwehrleistung der Darmschleimhaut untersucht.
  • Man beginnt mit einer individuell zusammen gestellten Schonkost, ggf. mit einer Heilfasten- und Ausleitungskur,
  • begleitet von  Colon-Hydro-Therapie. So findet der geschädigte Darm nach und nach wieder in seine ursprüngliche Form zurück.
  • Von Woche zu Woche wird der Speiseplan erweitert und so die Positivliste der verträglichen Lebensmitteln immer länger.

Die Nahrungsmittelintoleranzen verschwinden meistens völlig. Nur extreme Diätfehler wird uns der Darm noch übelnehmen. Das ist aber eigentlich normal und vielleicht auch gut so?

Laktose- und Gluten- Intoleranz

Die Unverträglichkeit von Laktose

Laktose- Intoleranz ist nicht therapierbar, wenn ein physiologischer Laktase- Mangel besteht. 80% der Weltbevölkerung vertragen Kuhmilch tatsächlich nicht besonders gut. Jedoch sind natürlich hergestellte Milchprodukte wie Käse und Joghurt (ohne nachträglichen Zusatz von Milchpulver!!!) aufgrund der Fermentationsprozesse ohnehin fast laktosefrei und können daher trotzdem in Maßen verzehrt und bei leichterer Laktoseintoleranz problemlos verdaut werden. Andernfalls hilft an dieser Stelle die Einnahme von Laktase-Tabletten.

Viel problematischer ist der versteckte Milchzucker in vielen Fertigprodukten!! Milchzucker wird in der Lebensmittelindustrie gerne als Füllstoff und Aromaträger verwendet.

Eine Laktose- Übersichtstabelle zum download finden Sie hier: Laktose-Inhalts-Tabelle

Die Unverträglichkeit von Gluten

Gluten- Intoleranz ist gar nicht so häufig, wie oft angenommen. Gluten ist in jedem Falle unverträglich und führt zu erheblichen Beschwerden und gesundheitlichen Störungen, wenn es sich um eine genetisch bedingte Zöliakie oder Erwachsenen-Sprue handelt. Zöliakie ist nicht behandelbar und erfordert die absolute Karenz von Gluten haltigen Speisen.

Malabsorbtions-Syndrom bei Zöliakie

Zöliakie- Kranke leiden vor allem unter dem Problem, dass der Dünndarm aufgrund vorangegangener Entzündungen sich schwerer tut, alle notwendigen Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen. Gerade hier ist die Verbesserung des Darmmilieus ein wichtiger Teil der Behandlung.  Es geht darum durch den Aufbau des Mikrobioms die Verdauungsleistung, Aufnahme und Verwertung von Mikronährstoffen allgemein verbessern.

Daher profitieren auch Zöliakie-Kranke von einer Darmsanierung. Denn das Malabsorbtions-Syndrom ist der Hauptgrund, warum diese Personen große Schwierigkeiten haben, ihr Gewicht zu halten. Häufig wird die Erwachsenen-Sprue leider viel zu spät diagnostiziert, was dazu führt, dass aufgrund der bereits fortgeschrittenen Zerstörung der Dünndarmzotten im terminalen Dünndarm die Nährstoffaufnahme bereits mehr oder weniger stark eingeschränkt ist.