Naturheilpraxis

Rita Jurgens-Krüssmann – Heilpraktikerin – Zilgrei-Lehrerin – F-X-Mayr-Therapeutin

Homöopathische Einzelmittel versus Komplexmittel-Homöopathie – Pro und Contra?

und….

HOMÖOPATHIE ist kein Oberbegriff für die Anwendung von Naturheilverfahren allgemein,

sondern bezieht sich ausschließlich auf die  HOMÖOPATHIE als ein eigenständiges, von allen anderen alternativen Heilverfahren und Therapien zu unterscheidendes Behandlungsverfahren!

Dasselbe gilt auch für alle homöopathisch hergestellten Arzneien. Homöopathische Komplexmittel-Mischungen unterscheiden sich in Anwendung und Wirkungsweise von den sogenannten Homöopathischen Einzelmitteln, wie sie nur von dafür in KLASSISCHER HOMÖOPATHIE ausgebildeten Homöopathen (Ärzte und HeilpraktikerInnen) wirklich sachkundig ausgewählt werden können.

Ein „Homöopath“ ist daher auch kein Naturheilkundiger im Allgemeinen

An dieser Stelle muss auch erwähnt werden, dass ein  „Homöopath“ kein Naturheilkundler im Allgemeinen ist, sondern stets ein Arzt oder Heilpraktiker, der gemäß der Regeln der „Klassischen Homöopathie nach Hahnemann“ therapiert und dafür auch eine umfangreiche mehrjährige Fachausbildung absolviert hat.

Der Unterschied: Homöopathie – Allopathie – Naturheilverfahren

Die Bezeichnung Homöopathie stammt von Ihrem Begründer, dem deutschen Apotheker und Arzt Dr. med. Samuel Hahnemann, auf den auch das Wort „Allopathie“ zurückgeht. Mit letzterem wollte er eine Therapie kennzeichnen, die nach anderen (griech. allon = anders) Grundsätzen vorgeht, als dies die Homöopathie tut. Dieses Wort stammt ebenfalls aus dem Griechischen und wird mit „ähnliches Leiden“ (griech. homoin = ähnlich; pathos = Leiden) übersetzt.

Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass in der Homöopathie eine Krankheit mit einem solchen Arzneimittel behandelt wird, welches am gesunden Menschen ähnliche Erscheinung, d.h. ähnliche Symptome, also ein „ähnliches Leiden“ hervorruft, wie es diese Arznei beim gesunden Organismus zu hervorzurufen vermag.

Alle übrigen Therapien, wie z.B. Phytotherapie, bzw. Kräuterheilkunde, Akupunktur, TCM, Ausleitungsverfahren, Ayurveda, etc. sind im Gegensatz zur HOMÖOPATHIE der ALLOPATHIE zuzuordnen und zählen in der Summe zu den NATURHEILVERFAHREN.

Das Ähnlichkeitsgesetz, auch genannt die „Simile – Regel“ ist das Fundament der Homöopathie:

„Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt!“ Die Simile – Regel war eigentlich eine zufällige Entdeckung Hahnemanns, die er, im heftigen Widerstreit mit der Medizin seiner Zeit, in jahrelangem, einsamem Ringen bis zur endgültigen Gewissheit verfolgte. Als das Geburtsjahr der Homöopathie wird das Jahr 1796 angesehen, als Hahnemann in dem berühmt gewordenen „Chinarinden-Versuch“ die Ähnlichkeits-Regel festschrieb. Versuche mit Hunderten weiteren Mitteln, größtenteils aus dem Arzneischatz der Pflanzen-, Tier- und Mineralreiche, die er an sich selbst und anderen „gesunden“ Probanden erprobte, bestätigen eindrucksvoll die Richtigkeit dieser Beobachtung, die durch über 200-jährige Erfahrung als gesichert gelten darf. Das homöopathische Mittel ahmt quasi die echte Krankheit nach, und wegen seiner Ähnlichkeit mit der krankmachenden Störung bekommt es Zugang zu den blockierten oder geschwächten Ordnungskräften, den still liegenden Abwehrmechanismen des erkrankten Organismus. Hahnemann nannte diese, dem Körper innewohnende Energie Lebenskraft.

Das Simile fördert den Heilungsprozess und richtet die Lebenskraft wieder auf

Die Homöopathie geht davon aus, dass die vordergründigen, typischen Krankheitssymptome nicht die zu bekämpfende Krankheit sind, sondern Zeichen einer Auseinandersetzung mit einer tieferliegenden Störung sind.

Homöopathische Komplexmittel oder Schüsslersalze sind keine HOMÖOPATHIE im klassischen Sinne

Die Anwendung und Verabreichung homöopathischer Komplexmittel oder von Schüsslersalzen kann man daher genau genommen nicht als „Homöopathie“ bezeichnen. Letztlich wird das homöopathische Heilgesetz mit diesen Verfahren missachtet. Dennoch können diese Arzneien unter weitestgehender Einhaltung der „Simileregel“ durchaus einen positiven sogenannten „Umstimmungseffekt“ der Selbstregulationskräfte eines Organismus bewirken.

Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Mischung für den individuellen Krankheitsfall und auf die Konstitution des Patienten gut abgestimmt ist. Hierfür ist jedoch eine umfassende Fachkenntnis der homöopathischen MATERIA MEDICA nötig, wie sie in der Regel nur die KLASSISCHEN HOMÖOPATHEN besitzen. Nach Diagnose ein Komplexmittel zu verschreiben erleichtert die grobe Zuordnung, die unterschieldichen, zur Verfügung stehenden Mittel, müssen jedoch im Hinblick auf die Inhaltsstoffe genau differenziert werden.

Ein Beispiel: Komplexmittel bei Klimakterischen Beschwerden

Für den Symptomenkomplex klimakterischer Beschwerden gibt es Dutzende von homöopathischen Komplexmitteln auf dem Markt. Einige beinhalten nur 2-3 Substanzen, andere dagegen bis zu 10 oder 20 Substanzen. Eine Frau schwört auf ein Medikament, weil sie wirklich Linderung erfährt. Die Freundin dagegen, „merkt nichts“, weil die Inhaltsstoffe NICHT zu ihrem individuellem Symptomenbild passen. Genauso verhält es sich mit zahlreichen Grippe- und Halsschmerz- Komplexen, die in Apotheken angeboten werden.

Weder ein medizinischer Laie, noch der Apotheker oder Arzt, der dann mal auf Wunsch was „Homöopathisches“ verschreibt, weiss wirklich was er da macht.

Die Verabreichung homöopathischer Komplexmittel lässt sich vergleichen mit einer „Schrotschuss-Methode“: man bietet ein Spektrum an möglicherweise heilenden Substanzen in einem Komplex an und hofft, dass die Arzneien darunter sind, die bei dem Kranken eine Umstimmung seiner Selbstheilungskräfte zu bewirken in der Lage sind. Wenn die Regeln des „Ähnlichkeits-Gesetztes“ jedoch nicht auf das Symptomenbild des Patienten zutreffen, haben diese Mischungen, und das betrifft die Komplexmittel ebenso wie die stellenweise wildwuchsartige Verabreichung von Schüsslersalzen, nur geringe oder KEINE Heilwirkung.

Da homöopathisch aufbereitete Arzneistoffe auch schwere Pathologien zu heilen in der Lage sind, muss auch mit Nebenwirkungen gerechnet werden, z.B. wenn die Mittel zu häufig wiederholt werden oder einfach zu viel davon eingenommen wird oder auch nach Besserung des Befindens, die Dosierung unsachgemäß weiter geführt wird, denn…

„Viel hilft viel..?“ – Stimmt in der Homöopathie NIE!

Homöopathische Arzneien und Phytotherapeutika sind arzneilich wirksame Substanzen, die – richtig eingesetzt – zu heilen vermögen. Heilung auf diesem Weg bedeutet, dass der Organismus einen Impuls erhält, der ihn dazu stimuliert, seine Selbstheilungskräfte auf den Weg zu bringen. Wenn nun in einem Komplexmittel eine Substanz ist, die bei dem Kranken „ins Schwarze trifft“, und diese zu oft in zu kurzen Abständen wiederholt wird, kann dies zu schweren Verschlimmerungen des Falles führen, weil die Selbstheilungskräfte in Resonanz gegangen sind und das Zuviel an Information nur in Form einer überschießenden Reaktion beantworten können. Bei Kleinkindern und Säuglingen oder alten Menschen kann dies die Regulationsmechanismen überfordern und dann sind Notfall-Medizinische Maßnahmen nötig: Antibiotika, etc. Es sei denn ein erfahrender Homöopath ist in der Lage, die Situation noch unter Kontrolle zu bekommen.

Homöopathische Komplexmittel unterstützen den Organismus bei seiner Selbstregulation

Aus dem bereits Gesagten geht hervor, dass hierfür vonseiten eines Arztes für Naturheilverfahren oder eines Heilpraktikers eine fundierte homöopathische Arzneimittelkenntnis erforderlich ist. Einer Vielzahl von Krankheitsbildern steht eine ebenso umfangreiche Vielzahl an homöopathischen Komplexmittel-Mischungen gegenüber, die nach unterschiedlichsten Herstellungsverfahren und in vielfältigsten Zusammensetzungen, von Firmen in aller Welt produziert werden. Manche Präprate sind preisgünstig, andere wiederum unverhältnismäßig teuer. Dies betrifft besonders sogenannte Regenerations- und Organpräparate, deren Wirksamkeit ich nach meinen langjährigen Erfahrungen bisher nicht wirklich bestätigt gefunden habe.

Einzelmittel-Homöopathie versus Komplexmittel-Homöopathie

Wie bereits erwähnt, haben Komplexmittel durchaus – richtig ausgewählt – ihren Platz in der Naturheilkunde. Gerade bei alten Menschen, deren Krankheitsbilder sehr multifaktoriell sind, können Komplexmittel häufig sogar pharmazeutische Medikamente ersetzen, z.B. bei Blutdruck- und Herz- Kreislauf-Beschwerden, Leber-, Galle-, Nieren- und Verdauungsschwäche, etc.

Was gibt es hierbei zu beachten?

Nach meinen persönlichen Erfahrungen bevorzuge ich in diesem Fällen Komplexe, die aus sehr tiefen Potenzen und Urtinkturen zusammengestellt sind. Sie bilden einen funktionierenden Kompromiss zwischen Phytotherapie und Homöopathie. Die Indikation ist aufgrund der Kenntnisse über die Wirkungsweise der Kräuterheilkunde nachvollziehbar. Dies in Kombination mit homöopathisch potenzierten Substanzen, die zum Persönlichkeitsbild und der Konstitution des Patienten passen = Hilfe ohne Nebenwirkungen!

Einzelmittel-Homöopathie nach den Regeln der KLASSISCHEN HOMÖOPATHIE

Ein korrekt verschriebenes >Homöopathische Einzelmittel< , z.B. im Akutfall einer Erkrankung, zeigt in der Regel innerhalb weniger Minuten bis Stunden eine deutliche Verbesserung des Gesamtzustandes des Erkrankten. Tritt diese Besserung nicht in kurzer Zeit ein, muss nach einem besseren Mittel gesucht werden.

Bei der Behandlung chronischer Leiden ist eine ausführliche Anamnese Voraussetzung für die Mittelfindung. Das Symptomenbild des Patienten muss in seiner Ganzheit möglichst umfassend eingegrenzt werden. Je besser und genauer der Patient seine individuellen Empfindungen und Erlebnisweisen seiner Symptome beschreiben kann, desto besser kann es dem/der HomöopathIn gelingen in enger Zusammenarbeit auch das Naturreich zu bestimmen, in dem die passendste Arznei zu suchen ist.

Die Naturreiche in der KLASSISCHEN HOMÖOPATHIE

Homöopathische Arzneien werden hergestellt aus Substanzen des Pflanzenreichs, des Tierreichs, des Mineralreichs, dem Reich der Mikroorganismen und Krankheitsstoffe (=Nosoden) und der Naturkräfte (=Imponderabilien)

Jedes Reich drückt sich in der Sprache und Gestik des Patienten in der Tiefe aus.

Nur daraus ergibt sich schlüssig der ganzheitliche Therapieansatz:

  • Warum erkrankt ein Mensch überhaupt und wie erlebt er die Erkrankung?
  • Wie sind Art und Lokalisation seiner Beschwerden, seine Verhaltensweise, seine psychische Verfassung?
  • Welche äußeren Umstände bessern oder verschlechtern seine Beschwerden?
  • Welche Konstitution, welche genetische Belastung liegen dem Prozess zugrunde?
  • Welche vorangegangenen Erkrankungen und damit verbundene Therapien haben seine Lebenskraft herunter gestimmt?
  • Wie empfindet der Mensch seine Beschwerden?
  • Mit welchen Worten und Gestik bringt er diese zum Ausdruck?

Der Mensch wird in seiner einmaligen Existenz und Situation betrachtet, was man in der Homöopathie das „Individualisieren“ nennt. Dies mag schwierig klingen und ist es doch nicht, wenn hinter jedem Menschen, bzw. hinter den Symptomen, die ein Kranker zeigt, das ihm ähnlichstes Arzneimittel gesucht wird.

Klassische Homöopathie erfordert manchmal sowohl Verständnis als manchmal auch etwas Geduld auf beiden Seiten. Aber die Mühe lohnt sich, wenn die Lebenskraft in die Lage versetzt wird ihre  „alten“ Leiden nachhaltig in Ordnung zu bringen.

Autor: Naturheilpraxis Rita Jurgens-Krüssmann

... was mir am Herzen liegt: So wie alles im Leben hängen Gesundheit, Erfolg, Lebensglück des Menschen niemals von einem einzigen Faktor ab. Sie sind bestimmt durch eine Vielzahl von ineinander greifenden Prozessen und Zusammenhängen. Meine langjährige Berufspraxis in der Naturheilkunde und meine Lebens- erfahrung als Mutter zweier inzwischen erwachsener Kinder haben mit gezeigt: Es gibt kein Patentrezept und keine Allheilmittel, sondern nur den Menschen mit seiner individuellen Geschichte, seinen aus der persönlichen Lebenssitution Sitzt - bildhaft gesprochen - Ihre Last auf Ihren Schultern oder tragen sie die Wackersteine im Bauch, oder stößt Ihnen alles sofort sauer auf? Meine Aufgabe sehe ich darin, Ihnen bei Ihrem ganz persönlichen Weg zur Mitte - nichts und gemeinsam mit Ihnen auf Ihren ganz individuellen Therapiebedarf einzugehen. Auf dem Weg zur besseren Gesundheit stehe ich Ihnen als dauerhafte Begleiterin und Coach ebenso zur Seite wie auch in der Diagnostik und naturheilkundlichen Behandlung von akuten Störungen, Krankheits- und Schmerzzuständen.

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